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  • „Engel“ in 2023 – Was ist passiert?

    „Engel“ in 2023 – Was ist passiert?

    © Katharina»Tokala« Niko – www.katharinaniko-illustrations.com

     

    “Das Jahr ist bald zu Ende. Wir sollten einen Bericht schreiben. Wer hat denn dazu noch Zeit bei der ganzen Textarbeit?”

    Betretenes Schweigen.

     

    Aber ihr wartet. Ihr wartet bereits zu lange. Wir warten und wir wollen, dass Engel nicht vergessen wird.

    Nein, wir wollen sogar, dass es zurückkommt und vielen anderen Spielenden Freude an die heimischen Tische bringt. Damit verbunden ist natürlich auch, dass man ein Lebenszeichen senden muss.

     

    Hier ist es: Wir sind noch da!

    Und wir arbeiten ungebrochen an unseren Träumen, auch wenn die Steine auf unserem Weg groß sind. Also, warum ist es so still, warum hört man nichts und wo sind denn jetzt endlich die Bücher?

     

    Neues Portfolio

    Ein Umschwung ist wohl, dass wir aufgrund diverser Faktoren nicht mehr auf nur vier Bücher planen. Denn das hat dem gesamten Team mehr als einmal das Leben schwer gemacht. All die bestehenden Inhalte, Ideen, Inspirationen und Wünsche können ihren Platz finden. Das bedeutet, dass Ideen aufkamen, mehrere Regelsysteme möglich zu machen, die über Fate hinausgehen. Um demnach alles universell einsatzbereit zu gestalten, müssten kleine Änderungen an Charakteren vorgenommen,, Formulierungen überarbeitet und Verweise geändert werden.

    Aber damit nicht genug. Wenn es dann dazu kommen wird, müssen neue Systeme getestet werden, wenn sie im ersten Entwurf auf das Papier gefunden haben.

     

    Dann schweifen Gedanken und Ideen in die Ferne, dass nicht alle Epochen im Grundregelwerk verortet werden müssen. Mit der neuen Lockerung ließe sich ein eigener Quellenband für die Zeit der Samaeliten schaffen, oder man begibt sich zu Zeiten der Frühkirche auf Missionierung.

     

    Und nicht zuletzt finden Kampagnenideen und Abenteuer einen angemessenen Platz, um gestaltet und ausgearbeitet zu werden und müssen nicht mehr in nur wenigen Sätzen im Fließtext ertrinken. Eines der großen Anliegen war, für Engel spielbare Ansätze und Geschichten zu entwerfen. Nun sieht es so aus, als sollten wir dieses Ziel umsetzen können.

     

    Denn unserer sind viele

    Solch ein Projekt in der Freizeit auf die Beine zu stellen, wöchentliche Bearbeitungen und Abgaben zu erbringen und Zeit, Zeit und Zeit zu investieren, ist nicht selbstverständlich. So haben wir auf dem Weg schon manchen willkommen heißen dürfen, aber ebenso wieder verabschiedet. Die Zeit ist knapp, das reale Leben, die Ausbildung oder der Beruf fordern zu viel oder der Arbeitsaufwand ist einfach nicht zu stemmen.

    Auf der anderen Seite haben wir auch Verrückte, die ihre Textarbeit in jeder freien Minute wieder aufnehmen – und wenn das bedeutet, sich per Handy zu dem Redaktionstreffen zu schalten, während man auf einer Leiter bei Renovierungsarbeiten balanciert.

    Allerdings verstehen wir selbstverständlich, dass nicht jeder am Rande des Wahnsinns kratzen mag, und seine Freizeit anders gestalten will.

    In diesem Jahr durften wir sogar gleich zwei kreative und aktive neue Mitglieder begrüßen, die einen frischen Wind und äußerst viel Leben in die Redaktion bringen. Natürlich bedeutet das im ersten Schritt eine Menge Einarbeitung. Bisher haben wir aber viele erfolgreiche Sitzungen mit noch viel mehr kreativem Austausch erleben dürfen.

    Die Segel sind gesetzt, auf ins Jahr 2024!

     

    Und wann jetzt?

    Natürlich ist das die zentrale Frage, die uns auch oft über soziale Medien erreicht.

    Es gibt noch große Knoten zu lösen, die den Druck des Buches verhindern, und die dieses Jahr leider nicht geklärt werden konnten. Leider hat unser Redaktionsteam auch keinen Einfluss darauf, das Ganze zu beschleunigen. Der ein oder andere weiß vielleicht, wie es momentan in der Szene um diverse Projekte bestellt ist, und wie sie sich verzögern. Leider sind auch wir schon seit ein paar Jahren genau von derlei Dingen betroffen. Wir hoffen also alle auf die Zukunft, damit wir durchstarten können. Leider können wir nicht konkreter werden. Aber natürlich melden wir uns, sobald wir in den Punkten etwas Neues haben!

     

    Ein paar Süßigkeiten

    Einige folgen uns schon eine ganze Weile. Sei es über soziale Medien, auf der FATE-Seite oder durch Hörensagen.

    Schon seit einiger Zeit ist unser Kommunikationsort Discord geworden und jeden Montag treffen wir uns dort zur wöchentlichen Redaktionssitzung.

    Aber warum bleiben wir unter uns?

    Daher haben wir den Server geöffnet, damit diejenigen, die warten, hoffen und Fragen haben, wissen, wo sie uns finden, so sie Fragen stellen können oder sich mit anderen Spielern schon einmal austauschen, damit das Warten etwas erträglicher wird.

    Vielleicht finden sich ja schon neue Gruppen, die dann gemeinsam neue Abenteuer bestreiten können?

    Das alles ist noch im Aufbau und läuft erst seit wenigen Wochen öffentlich. Dennoch ist jeder nun herzlich eingeladen, uns Gesellschaft zu leisten. Wir freuen uns auf Gespräche und Diskussionen.

    https://discord.gg/CNV3Dbxh9e

     

    Auslegungen

    Die Spielwelt von Engel bietet viele verschiedene Herangehensweisen und Spielarten, zu denen wir ermutigen wollen. Engel war niemals eindimensional und auch wir als Redaktion, die wirklich tief im Kaninchenbau steckt, entdeckten nahezu bei jeder Redaktionssitzung neue Aspekte dieser wundervollen Hintergrundwelt. Es gibt ein paar kleine Stellschrauben, die wir eingebaut haben, damit jede Gruppe ihre individuelle Erfahrung gestalten kann und für sich entscheiden kann, welches Thema sie speziell vertiefen oder welches sie ausklammern möchte.

    Selbstverständlich gehen wir dazu nicht ins Detail. Engel-Kenner wissen, dass die Angelitische Kirche nicht befürworten würde, zu viele Wahrheiten ans Licht geraten zu lassen.

    Zumindest ein Schaubild hat es aber in die Freiheit geschafft:

    Einen geschmeidigen Übergang und alles Gute im neuen Jahr 2024 wünscht euch die Engelredaktion
    Akzeptabel


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  • „Engel“ in 2022 – Was ist passiert?

    „Engel“ in 2022 – Was ist passiert?

    © Katharina»Tokala« Niko – www.katharinaniko-illustrations.com

     

    Da ist diese Sache mit Jahreswechseln: Sie stecken voller Rückblenden. »Was uns 2022 bewegt hat«, »1000 Dinge, die wir 2022 gerne gewusst hätten«, und so weiter. Wann immer sich etwas jährt, dann blicken wir darauf zurück, wie es gewesen ist.

    Und wir von der »Engel«-Redaktion können am Ende dieses Jahres gleich doppelt zurückblicken (mag vielleicht an den vielen Zweiern in der Jahreszahl liegen). Ihr seid bestimmt gespannt darauf, wie der aktuelle Status des Fate-»Engel«-Projektes aussieht – und das möchten wir euch auch verraten.

    Erlaubt aber, dass wir in unserem ersten Rückblick zunächst etwas in die Ferne schweifen. In die ferne Vergangenheit.

    Engel Rpg Erste Edition

    Engel vor zwei Dekaden

    Die erste »Engel«-Edition wurde dieses Jahr 20 Jahre alt. Sie entstand als Multimedia-Projekt um Oliver Graute, Oliver Hoffmann und Kai Meyer. »Multimedia« deshalb, weil »Engel« von Stunde eins an in die verschiedensten Medienformen ausgriff: Genau genommen begann alles mit dem Comicband »Pandoramicum« von Kai Meyer, mit Illustrationen von Dieter Jüdt. Er trug bereits den unverwechselbaren »Engel«-Schriftzug und führte zentrale Themen und Figuren ein, die in späteren Publikationen noch eine Rolle spielen sollten (und einige Motive, die später wieder verworfen wurden).

    Doch erst mit der Veröffentlichung des Grundregelwerks in 2002 fächerte »Engel« sein Setting in die volle Breite auf. Die Texte von Autor:innen wie Thomas Plischke, Astrid Mosler, Severin Rast und später Verena Stöcklein und Ole Johan Christiansen beschworen eine ebenso faszinierende wie erbarmungslose Spielwelt auf. Die Illustrationen von Dieter Jüdt und die Karten von Tobias Mannewitz lieferten einen einzigartigen Look dazu. Selbst das »Engel«-Musikalbum von In the Nursery entfernte sich vom unaufdringlichen Hintergrundsummen anderer Rollenspiel-Soundtracks. Es fand für die Motive der Spielwelt Klangwelten, die kirchliche Choräle mit elektronischer Musik zusammenführen. Es ist sicher bezeichnend, dass Spotify das »Engel«-Album als »Video Game Soundtrack« führt.

    Die vielleicht größte Auszeichnung für diese ursprüngliche Version des Spiels mag aber sein, dass selbst 20 Jahre später Fans selbst gern auf es zurückschauen – wie etwa in dieser einsichtsvollen und sehr persönlichen Retrospektive von Raphael Brack. Und auch unser Chefredakteur und -layouter Dominik Pielarski könnte allein eine halbe Stunde von der Konzeption des alten »Engel«-Fonts schwärmen.

    Also, Glückwunsch zum Jubiläum, »Engel 1.0«.

    Engel heute und morgen

    Aber zählen wir jetzt zwei Nummern weiter und werfen einen Blick in die nähere Vergangenheit und Zukunft. Was hat sich bezüglich der neuen »Engel«-Edition im letzten Jahr so getan?

    1. Teamerweiterung

    Um etwas mehr Leben in die »Engel«-Redaktion zu kriegen, freuen wir uns, einige neue Autoren und Lektoren begrüßen zu dürfen. Zunächst wäre da das »Doppel-B« in der Redaktion: Björn Lippold, der einigen von euch als Chefredakteur der »Mephisto« und Autor der famosen »Himmel über Aachen«-Kampagne bekannt sein dürfte. Und Bjorn Beckert, der bereits als Autor für »Space 1889«, »Malmsturm«, »Hexxen 1733« und »Supers!« in die Keyboard-Tasten gehauen hat.

    Außerdem stehen wir zurzeit im regen Austausch mit Entwickler:innen der alten Edition wie Oliver Hoffmann, Ole Johan Christiansen, Thomas Plischke und Verena Stöcklein, die uns Einblicke in ihre Arbeit an den früheren »Engel«-Büchern geben. Es ist uns sehr wichtig, dass auch die neue »Engel«-Reihe, obgleich sie Spielgruppen neue Inhalte Freiheiten im Umgang mit der Spielwelt eröffnen soll, sich mit dem weltenbauerischen Fundament der alten Bücher versöhnen. Wir profitieren von diesem Austausch enorm und sind sehr dankbar, dass wir diese Möglichkeiten haben.

    2. Politur und Lektorat

    Die Teamerweiterung kommt für uns gerade zur rechten Zeit: Die Texte des neuen »Engel«-Grundregelwerks sind, bis auf ein paar Nachzügler-Seiten, fertig und warten darauf, zu unseren Lektor:innen zu wandern. Zuvor fehlt an der ein oder anderen Stelle allerdings noch eine Schicht Politur.

    Besondere Aufmerksamkeit schenken wir im Moment der Überarbeitung jener Textabschnitte, die sich mit den Verschwörungen und Mysterien, die im Setting angelegt sind, befassen. Unser Ziel ist es, Spielgruppen Informationen und Werkzeuge an die Hand zu geben, damit diese ihr Spiel im »Engel«-Setting so ausgestalten können, wie es ihren Spielvorlieben und persönlichen Grenzen am Besten entspricht.

    Konkret bedeutet dies: Das neue »Engel« wird sich zwar an den meisten Setzungen der alten Editionen orientieren. Allerdings bieten wir ausgearbeitete, alternative Auflösungen an, mit denen Spielgruppen arbeiten können, ohne die großen Linien des Hauptspiels verändern zu müssen. So haben wir etwa zur Gestalt und Herkunft der Engel Varianten ausgearbeitet, die anstelle der kanonischen Setzung genutzt werden können.

    3. Eine vollgepackte Illuliste

    Während die Texte ihrer Vollendung harren, schreiten die Dinge auch an der Illustrationsfront voran. Unsere Illustratorin Kim Schneider hat sich abermals in die Details der Optik von »Engel« vertieft: Sie überarbeitet die filigranen Linien- und Glyphennetze, die die Haut eines jeden Engels überziehen. Derweil konzipieren Dominik und unsere Illustratorin Katharina Niko die genaue Gestaltung der Seiten, Logos und des Layouts, bis der Startschuss für die Illus fällt. Die Redaktion hat bereits eine prall gefüllte Excel-Liste an Motiven zusammengetragen, die, von Katharina auf Leinwand gebannt, das fertige Buch schmücken sollen. Ihr dürft euch für das nächste Jahr auf die ein oder andere Augenweide freuen, die wir hier im Blog ausstellen werden.

    4. Die Kathedrale der Settingfakten

    Das Setting von »Engel« ist dicht, detailverliebt und schöpft aus einer über die Publikationen verzweigten, alternativen Historie. Daneben ist das Lateinische im Setting eine lebendige Sprache. Viele Objekte, Professionen oder Ereignisse tragen daher lateinische Namen. Und um ganz ehrlich zu sein: Auch unsere Autor:innen haben nicht sämtliche Fakten zum »Engel«-Setting auf Knopfdruck parat.

    Noch nicht.

    Denn um uns den Umgang mit dem Setting bei der Schreibarbeit zu erleichtern, haben wir wichtige Spielweltbegriffe, NSCs, Organisationen, Kreaturen und Ereignisse zusammengetragen und pflegen diese gerade in eine durchsuchbare Online-Datenbank ein.

    Doch nicht nur das Redaktionsteam soll etwas davon haben: Wir planen, diese Datenbank in Zukunft auch der Community zugänglich zu machen. Welche Form diese Informationssammlung dann annehmen wird, wurde noch nicht entschieden. Wir halten euch auf dem Laufenden.

    Und sonst so?

    Soweit zu unserem kurzen Streiflicht in die »Engel«-Werkstatt. Natürlich gibt es aber noch viele weitere interessante Aspekte (na?) des neuen »Engel«-Rollenspiels, über die wir mit euch reden möchten. Fliegt in den nächsten Monaten einfach hier im Newsblog vorbei. Eine größere Ankündigung zum Projektstatus wirft bereits ihre Schatten voraus.

    Zum Schluss möchten wir von der »Engel«-Redaktion euch noch ein frohes und erfolgreiches Jahr 2023 wünschen.

    Rutscht stabil und habt eine gute Landung! 

     

    Christoph Laurer,

    Engel-Settingredakteur


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  • Engel 3 enthüllt sich weiter: Beispielillustrationen von Katharina »Tokala« Niko

    Engel 3 enthüllt sich weiter: Beispielillustrationen von Katharina »Tokala« Niko

    Oft genug erreichen uns Nachrichten, wie es um Engel steht. Das freut uns und macht uns zugleich traurig, nicht schon längst mit einem fertigen Buch um die Ecke gekommen zu sein. Das alles hat natürlich Gründe. Manche so gewichtig, dass sie das Projekt auch mal ausbremsen. Wir schrieben, planen, diskutieren, entwerfen und konspirieren. Mindestens wöchentlich geschehen Dinge. Mal kleiner, mal wirklich große Dinge. So wurde z. B. letzte Woche die Publikationsliste der 1. und 2. Edition überarbeitet und aktualisiert. Gerade ist eine Zeit des größeren Umbruchs angesagt. Aber all das kostet Zeit. Zeit, die die Entwicklerschar zu 100 % in ihrer Freizeit stemmt. Ich werde nicht müde, das zu betonen, da als außenstehende Person eine Einschätzung sicher nicht leicht fällt. Engel ist aber beileibe kein kleines einfaches Projekt, keine Übersetzung eines Titels oder eine Reihe, die man einfach abarbeiten kann. Die neue Version drückt mit über 22 Publikationen und mehrere Tausend Seiten Material ständig dagegen. Hier will sehr viel bedacht, abgewogen und entworfen werden. Das machen wir. Neben Layoutentwürfen, Überarbeitung der Gotteslinien oder auch den Ordensymbolen entstehen Moodboards und Illustrationen. Katharina»Tokala« Niko ist so nett zwei Illustrationen der Kapitelöffner zu zeigen, die noch nicht final sind, aber zeigen, wo unsere illustrative Reise hingeht. Viel Spaß mit der Bekannstschaft von Ambriel und Kyriel.

    Ambriel eine Gabrielitin ©Katharina»Tokala« Niko – www.katharinaniko-illustrations.com

     

    Kyriel ein Ramielit ©Katharina»Tokala« Niko – www.katharinaniko-illustrations.com
  • Engel 3 enthüllt sich weiter: Ordenssymbole

    Engel 3 enthüllt sich weiter: Ordenssymbole

    Nachdem wir hier und hier ein letztes Lebenszeichen der Streitenden des Herrn gegeben haben und große Ankündigungen machten, soll es das natürlich nicht gewesen sein. Heute wollen wir uns einem Ausblick widmen der mit den neuen Ordenssymbolen zu tun hat die in Zusammenarbeit mit Katharina Niko entstanden sind.

    Zu den neuen Ordenssymbolen: 

    Die asiatische Kultur hatte großen Einfluss auf das Europa in Engel. Das soll sich nun auch in neuen Ordenssymbolen zeigen. Wir orientieren uns jetzt grob an japanischen Mons. Mons sind Zeichen oder Embleme, die in Japan ähnlich wie heraldische Wappen im westlichen Kulturraum verwendet werden. Sie sind oft schwarzweiß und mit einem Kreis umrundet.

    In den neuen Symbolen der Orden soll klar zum Ausdruck kommen, was alle vereint: Darum hat jedes Symbol der Engelsorden auch die Engelsflügel. Mittig wird dann gezeigt, was den jeweiligen Orden weiter definiert: das Flammenschwert der Gabrieliten, Schlüssel und Corona bei den Michaeliten, das aufgeschlagene Buch und die Tintenfeder bei den Ramieliten und so weiter.

    So ist in Zukunft auch Raum für Untergruppierungen innerhalb der Orden: Hier bietet sich an, die Symbolik leicht umzustellen oder auch zusätzliche Symbolik einzufügen.

     

    Zudem wiederholt sich auch in den neuen Ordenssymbolen angedeutet noch einmal das Symbol der Angelitischen Kirche: die beiden nach oben aufstrebend geöffneten Flügel. Im Negativ ist unten auch der Rock der Engel angedeutet, dieser wird teilweise allerdings durch die Symbole in der Mitte verdeckt.

    Die Flügel selbst hat Katharina übrigens auf Papier mit einem japanischen Pinselstift und japanischer Tinte vorgezeichnet.

    Die Versionen, die man jetzt sieht, sind noch nicht die vollständig fertigen ‒ es gibt noch einige Änderungen, die vorgenommen werden: inhaltlich, sowie auch Design-Details, damit sie am Ende schön ausgewogen sind.

    Natürlich wird es sie auch in anderen Darstellungsformen geben: im Kirchenfenster- beziehungsweise Glasfensterstil, und auch handgezeichnet als Vignetten im Buch. Genug der Worte:

    Entwürfe der neuen Wappen

    Die bisherigen Wappen

    Als nächstes wollen wir ein paar Illustrationen der Engel zeigen.
    Teilt uns Eure Meinung mit!

  • Engel 3.0 eine kleine Rast

    Engel 3.0 eine kleine Rast

    Nach einer langen, ungewöhnliche Reise wollen wir rasten. Innehalten, besinnen und nach vorne blicken. Viele fragen sich, ob das Projekt Engel 3 noch existiert.
    Lebendiger denn je… lebendiger denn je…
    Der folgende Text ist ein Auszug aus dem 24 Seitigen Essay im Patreon-Programm von Uhrwerk zum Thema „Wie das Rollenspielsystem Fate seine Reise nach Deutschland antrat“ und beinhaltet einen recht großen Abschnitt über die Geschichte von Engel in Verbindung mit Fate und aktuellen Neuigkeiten, die wir euch nicht vorenthalten wollen. Außerdem ist dieser Text der Auftakt einer Reihe von Neuigkeiten, die wir zum Rollenspiel Engel für euch parat haben. Denn Hinter den Kulissen tut und tat sich immer einiges. Um das zu untermalen, wird es regelmäßig Neuigkeiten zu Engel geben.

    Engel 3.0

    WIR SIND ENGEL. WIR DIENEN UND GEHORCHEN
    Engel
     ist ein deutsches Rollenspiel aus dem Verlag Feder & Schwert, das seit 2013 vom Uhrwerk Verlag vertrieben wird. Erdacht und konzipiert wurde es von Oliver Graute, Oliver Hoffmann und Kai Meyer[1].

     

    Es begab sich, dass ich mich mit Patric Götz im Sommer 2014 zu einem dieser Redaktionstreffen traf, um über Privates, Fate und den neuesten Flurfunk zu sprechen. Zwischen zwei Gabeln Rigatoni mit Putenstreifen und Gemüse in Erdnuss-Kokos-Chili-Sauce[2] und ’nem Schluck Weißbier[3] ließ ich so salopp den Spruch »Hmhmh, Engel und Fate passen ja eigentlich auch wie Arsch auf Eimer!« fallen.
    Man sah sich an und ich meinte nickend: »Jetzt mal ohne Scheiß …«

     

    Wir fliegen ein bisschen vor, ja?
    Auf der RPC im selben Jahr sprachen wir beide mit Oliver Hoffmann über Engel und Fate und diese heilige Allianz. Der wiederum sprach mit Oliver Graute.
    Das Ende vom Lied?
    Die Bildung einer neuen Engel-Redaktion für ein Engel 3 mit Fate-Regeln.
    <HysterieAn>
    Alter Besen, jetzt ging mir doch ein bisschen der Arsch auf Grundeis.
    Engel.
    Ich mein: Engel!!!
    Engel ist eines der innovativsten Settings überhaupt und dann noch originär aus Deutschland. So ganz objektiv gesprochen…

    Ich hab alles von Engel zu Hause stehen und war von Anfang an dabei. Und jetzt kann der kleine Dom über 1.500 Seiten und 10 Jahre Engelgeschichte in ein neues Zeitalter führen…
    <HysterieAus>

    Ein Team zu bilden war einfach, schließlich gibt es einige Engel-Fans dort draußen und einige davon arbeiteten entweder schon in einer Rollenspielredaktion oder brachten das Rüstzeug dafür mit.
    Das Rüstzeug …
    Ein Team zu halten, das ob dieser Mammutaufgabe nicht in die Knie geht, ist dagegen nicht ganz so einfach. Diesen Moloch an Informationen zu sichten, neuzuordnen, Redundanzen zu streichen, ungewollte Widersprüchlichkeiten zu tilgen, gewollte Widersprüchlichkeiten zu prüfen und zu verstärken, Regelmechaniken zu finden, zu prüfen, zu testen, wieder zu verwerfen und nochmal zu diskutieren und dabei aber den Zielkorridor im Blick zu behalten, Altes zu bewahren und Neues im Geiste von Engel zu schaffen, zwang den ein oder anderen in die Knie.
    Natürlich.
    So eine Aufgabe in der Freizeit zu bewerkstelligen, erfordert schon besonderes Herzblut und Hingabe an eine Rollenspielwelt. Aber nur, wenn du brennst, und erst wenn’s wehtut, wird’s halt auch geil. Ist nicht nur im Sport so …
    Gott wie oft wollte ich einfach alles hinwerfen …
    An dieser Stelle mal ein großes Danke an Sarah Zimmermann, die die Bandredaktion übernommen hat und mir nicht nur den Rücken in vielen Dingen freihielt, sondern die Dinge leitete, wie ich es nicht gekonnt hätte.

     

    Im November 2015 wurden Gerüchte laut, dass die vom Uhrwerk Verlag in Lizenz von Feder & Schwert verlegten Engel-Regelwerke eine neue Edition erhalten. Auf der Spielemesse entdeckten die Teilzeithelden und Mitglieder im Tanelorn einen Messebanner. Selbst im DorpCast wurde kurz darüber gesprochen.

    Leider stellte sich heraus, dass diese Aktion ein wenig verfrüht war.
    Verschwundene Daten, ein Servercrash und Konvertierungsprobleme stellen einen vor unabsehbare Hindernisse. Selbstredend führt so etwas dazu, dass sich die Arbeiten, die ohnehin langsamer als in einer Vollzeitredaktion wie z. B. Splittermond vonstattengehen, besonders in die Länge ziehen.

     

    2016 übernahm dann Uhrwerk den Verlag Feder & Schwert und damit auch die vollen Lizenzrechte an Engel. Das hatte zwar die Redaktion nicht betroffen, soll aber im historischen Kontext hier mit aufgeführt werden.

     

    2017 bauten wir die Redaktion und das Team erneut um.
    Ein Anfangskern blieb und ein paar neue Mitglieder kamen hinzu.
    Mittlerweile sind wir in stabilen Gewässern, haben ein Team, das mit akribischer Genauigkeit Engel auseinandernimmt und wieder zusammenfügt, um die gesamte Engel-Bibliothek in  neugeordneten Büchern zu veröffentlichen.

     

    2019 Mittlerweile ist die Entwicklerschar in stabilen (haha, wartet, was da lauert) Gewässern, hat ein hochambitioniertes Team, das weiterhin mit größter Sorgfalt Engel auseinandernimmt, wieder zusammenfügt und neue Inhalte schreibt.

    Dennoch schwirren einem ständig Feuerkäfer zwischen die Beine. Man wartete ja nur auf den Erdverschlinger. Die Tatsache, dass die Originaldaten nicht mehr auffindbar waren und damit die Originalillus weg, fühlte sich wie eine Begegnung mit dieser kolossalen Traumsaat an. Hier und da fanden sich vereinzelt USB-Sticks und CDs, aber natürlich nie mit komplettem Datensatz oder sogar nativen Daten. Weg, kein Zugriff, außer an diesen ominösen Buchaltungsrechner mit einer mindestens ebenso ominösen 10 GB-Datei, die sich nicht entpacken, kopieren oder sonstwie nutzen ließ. Gut, dass wir Redakteurin Sarah und ihr Computer-Kung-Fu haben. Plötzlich lagen vor uns ausgebreitet die Schwingen des Engelvermächtnisses und wir konnten auf mehr als nur PDF-Daten zugreifen: Bilder, Layoutdaten, Notizen, Besprechnungsprotokolle und Entwurfsmaterial. Eine neue Tiefe dieser Welt tat sich auf. Pures Gold für uns Autoren. Diese Daten mussten also mit allen anderen geprüft, auf Vollständigkeit hin untersucht und von Dubletten befreit werden. Bis auf wenige nicht ganz so wichtige Daten war nach langer, langer Sortieraktion das alte Engel vollständig.

     

    2020 Der nächste Schlag des Herrn der Fliegen. Die Insolvenzen der Verlage Feder & Schwert sowie Uhrwerk, welche erster leider nicht überlebt. Dann diese Covid-Sache. Mindestens genauso lähmend. Immerhin macht die Entwicklerschar trotz der Ungewissheit weiter und es keimen in dieser Zeit neue Ideen auf. Engel 3 soll aus diversen Gründen neu illustrieren werden. In Farbe. Hier waren einige Illustratoren im Gespräch, aber so richtig mochte es nicht passen, und Unwohlsein machte sich breit.

     

    2021 Wir sind (natürlich) immer noch nicht fertig. Der Herr der Fliegen zehrt weiter an den Nerven, oder liegt das an dieser Corona-Pandemie, die das Land und jeden im Team belastet? Vielleicht liegt es auch an der vergangenen Insolvenz der beiden involvierten Verlage, die 2020 einiges dahin raffte. Feder & Schwert ist nicht mehr, aber Uhrwerk macht noch weiter. Und es gibt Licht am Horizont! Während all dieser Zeit stand die Entwicklerschar weiterhin zu diesem Universum, und weiterhin wurde sich zweiwöchentlich in Redaktionssitzungen getroffen und über Hintergrundwelt und Regeln diskutiert. Was ziehe ich meinen Hut vor diesem Team. Über die Jahre wurde einiges verworfen und neu gedacht. Dass Engel noch nicht veröffentlicht wurde, liegt auch daran, dass sich ein Knoten in mir breit machte, der nicht platzen wollte. Eine Schwere und Lethargie eines mir nicht wirklich bewussten Ausmaßes machte sich breit. Durch ein gutes langes Gespräch mit Patric vom Uhrwerk Verlag, in dem vieles neu gedacht, verworfen und arrangiert wurde, löste sich all das in Wohlgefallen auf. Warum, wieso, ich weiß es gar nicht. Es war vielleicht nur ein kleiner Funken, der am darauffolgenden Wochenende ein Fegefeuer der Kreativität lodernd mein Notizbuch vollkritzeln ließ. Der Respekt vor dem Setting ist geblieben, mittlerweile aber auch das Vertrauen gefestigt, vermeintlich heiliges abzusetzen und Dinge neu und weiter zu denken. Zeit für konkrete Richtungen und Entscheidungen, die darin mündeten, dass sich zwei neue Mitglieder der Entwicklerschar fest anschlossen. Jetzt sind wir acht. Als wäre das nicht Zeichen genug!
    Ich wollte Kim Schneider[4] mit an Bord haben. Die Kim Schneider? Ja richtig, wir konnten die Designerin eines der prägnantesten Stil- und Settingelemente des Engel-Universums für Engel 3 gewinnen: Die Tattoo-Schemata, oder, wie wir sie nun nennen, Gotteslinien. Das war ein echter Glücksgriff. Nicht nur, dass Kim sofort zusagte und neue Ideen mit einbrachte, nein, sie wollte sogar die alten Daten technisch und gestalterisch neu aufbauen. Jetzt war die Chance da, vielen dieser in jenem Zeitraum entstandenen Ideen Ausdruck zu verleihen. Es ergibt sich auch die Gelegenheit, die bisher fehlenden Orden zu machen. Es zeigt sich auch, dass sie mit der zweiten Illustratorin sehr gut harmoniert. Denn nach all dem Hickhack mit den alten Illustrationen und dem Vermächtnis, das damit einhergeht, steht immer noch der Wunsch, Engel farbig neu zu illustrieren. Doch wer sollte das machen?

    Dann schießt es dir ins Hirn. Dieses Posting vom Februar 2020. Die Illustratorin Tokala[5] (Katharina Niko) postete Engel-Fanart auf Facebook!
    Hätte sie Lust? Kann sie Farbe? Und was genau wollen wir? Können wir das bezahlen?

    Das war schnell geklärt. Sie hatte Lust. Und wie, und sie kann Farbe und sie hat Ideen!

    Nicht nur, dass Kim und Katharina Engel-Fans der ersten Stunde sind und eine sehr enge Zusammenarbeit entsteht, nein, ein Höchstmaß an Kreativität wird freigesetzt. Alles geht Hand in Hand, und jede Illustratorin kann eigene Ideen einbringen, um altes zu verwerfen, zu verbessern oder neues einzubringen. Es ist eine schöne und tolle Atmosphäre im Team, getragen von einer unglaublichen respektvollen Vorfreude auf ein tolles neues Engel auf wirklich, wirklich hohem Niveau. So viele neue Details und Anspielungen auf altes.
    Ach, ich will das spielen!

    Natürlich ist Engel bei Erscheinen dieses Textes noch nicht veröffentlicht. Aber es ist ein so wichtiges Regelwerk, es wird ein wichtiges Regelwerk für Fate sein, und hat schon soviel Zeit der behutsamen Planung, Nerven und Herzblut gefordert, dass es schlichtweg veröffentlicht werden muss.

    Und bei Gott, es würde mich wundern, wenn sich nicht viele Engel-Fans dort draußen darauf freuen, wieder in die Welt der Angelitischen Kirche einzutauchen.


    [1]  Ja… DER Kai Meyer…

    [2]  Wichtig, wirklich wichtig. Mal davon ab, dass die Speisenkarte in dem Restaurant toll ist, landet man (allen voran Pat) doch immer wieder und wieder bei eben genau diesem Gericht.

    [3]  Nicht ganz so wichtig, aber ich wollte nur mal testen, ob du das hier auch noch liest…

    [4]www.kimschneider.de

    [5]www.katharinaniko-illustrations.com

     

     

  • Engel – Eine lange, ungewöhnliche Reise

    Engel – Eine lange, ungewöhnliche Reise

    Es war eine Zeit lang still um Engel. Nach den großen Meldungen des Verlags, dem Hin und Her, wie man nun weiter macht, was nun möglich ist und was noch kommen wird, und dann auch noch in der schwierigen Phase von Covid 19, das verdächtig an den Veitstanz erinnern mag, kann ich verstehen, dass das zu Unruhen bei denen führt, die schon so lange auf das Werk warten.

    Doch am Horizont ist ein Licht.

    Unser Täglich Brot

    Was uns auch an Schwierigkeiten entgegen geworfen wurde, wie oft Absagen oder Änderungen wieder einiges über den Haufen warf, eines blieb: Jeden zweiten Montag setzten und setzen wir uns zusammen und sprechen über Engel. Nach den arbeitsreichen Tagen sprechen wir, wenn die Sonne sich dem Horizont entgegen neigt, über neue Texte, über Aspekte und Plothooks, über den Metaplot und was davon in welchem Buch zu finden sein sollte. Wie gehen wir mit dem Gendering um? Ist das Buch schon zu dick oder darf es ruhig die entscheidenden Inhalte alle fassen? Müssen wir ganze Abschnitte verschieben, oder können wir sie so stehen lassen?

    Umso mehr Meinungen sich einbringen, desto stabiler wird das Ergebnis. Allerdings ist eine Entscheidung dann natürlich auch langsamer gefunden. Das Gesamtbild ist aber schließlich eines, mit dem wir uns alle identifizieren können –  und wir hoffen, dass auch die Spielenden, die die Bücher einmal in ihren Händen halten, können von diesen (manchmal peinlich genauen Haarspaltereien) profitieren.

    Gib uns heute

    Leider noch nicht.

    Die Texte sind da. Das Grundregelwerk bekommt noch den letzten Schliff, und dann müssen wir Schreiberlinge auf Antworten warten. Wie wird das Layout aussehen? Wie viele Bilder bekommen wir und in welchem Format? Was ist finanziell überhaupt möglich? Ergibt sich dadurch die ein oder andere Beschreibung? Fehlt dann der Platz? Muss womöglich noch mehr Text gekürzt werden?

    So lange wir auf diese Punkte warten, machen wir Verfeinerungen an den Ecken, die wir vor uns liegen haben.

    Ist der Aspekt nützlich? Ist er eindeutig? Hat er für das Spiel überhaupt einen Mehrwert?

    Gibt der Plothook genug Ideen, dass die SL daraus etwas spinnen kann, ist er aber offen genug, dass er den Gestaltungsspielraum lässt?

    Haben wir womöglich ganze Bereiche und Themengebiete, zu denen noch gar keine Plothooks vorhanden sind? Dann wird da schnell angekurbelt und noch einer dazugesetzt. Denn das Ziel ist es, nicht nur eine Welt zu beschreiben und mit Leben zu füllen, die man sich trefflich vorstellen kann. Wir wollen auch für Rollenspielende, die das Buch aufschlagen, Inspiration bieten, was mit diesem Werk angestellt kann, in welche Erkenntnisse und Abgründe die SL ihre Mitspielenden schicken kann und welche Aspekte neben den offensichtlichen Punkten in der Engelwelt vielleicht auch einmal interessant zu erleben sind.

    Das Grundregelwerk hat nur noch kleine Kinderkrankheiten und sollte dann, wenn es steht, noch einmal geprüft werden. Allerdings wissen wir nicht sicher, welche Textpassagen wir bisher behalten können und was noch verschoben werden muss. Welche Begriffe werden dadurch unklar und müssen noch einmal formuliert werden? Was muss an anderer Stelle größer ausgeführt werden?

    Das sieht man erst, wenn konkrete Zahlen da stehen.

    Aufbruch in neue Gefilde

    Nun mit der ganzen Vorarbeit und dem Auslöschen aller Unklarheiten in den letzten Jahren, können wir uns also bald schon (ich gehe vom nächsten Monat aus) an das zweite Buch setzen. In Excelsis, oder der Arbeitstitel “Kirchenbuch” wird sich eingehend mit der mächtigsten Institution des 27. Jahrhunderts beschäftigen. Hier wird man Details zu den Orden, ihren Splittergruppen, den Ansichten und Geheimnissen finden. Aber auch die Werkzeuge der Kirche werden noch einmal beleuchtet und die farbenreichen Facetten aufgezeigt. Die Templer, die Inquisition und auch das oberste Gremium der Kirche, die Congregatio Fidei werden ihren Platz hier finden. Außerdem werden sich in dem Buch die Beschreibungen der Himmel wiederfinden, wie wir sie aus den Ordensbüchern kennen. Wir freuen uns sehr, euch unsere Ideen zu dem Himmel der Ragueliten und dem der Samaeliten vorstellen zu dürfen.

    Viele der Texte hierfür stehen schon oder zumindest gibt es ein Konzept dafür, weil sie im Grundregelwerk schon ihren Platz hatten und nun verschoben werden. Die Ideen sind festgehalten und die Kapitel sich schon strukturiert und warten nur darauf, gefüllt zu werden.

    Damit geht es an den zweiten Teil dieser Viererreihe.

    Das wüste Land

    Ich für mich denke zumindest, dass wir das nun schneller und strukturierter angehen können, wenn vorerst unter das Grundregelwerk ein Strich gesetzt wird, bis der letzte, kritische Blick noch einmal darüber schweift.

    Wir haben alles gesichtet, wir haben Ideen festgehalten, Hintergründe entworfen und verworfen. Wir haben eine Idee, die sich gemeinsam geformt hat und die wir nun nur noch zu Papier bringen müssen. Wir haben Lust und Inspiration, wir haben noch eine Menge Speicherplatz für noch mehr Dokumente und Kapitel. Wir haben abertausende Ideen, was wir wie einbringen möchten. Nun fehlt nur noch eines: Die Zeit.

    Aber wir sind dran und haben die, die warten, nicht vergessen.

    Numquam silentium

    Akzeptabel

  • Jerachels Schar: Hesedael, ein Urielit

    Jerachels Schar: Hesedael, ein Urielit

    Nachdem wir viel über Probleme, Lösungen und das geschrieben haben, was wir so tun, wollen wir auch etwas der neuen Inhalte vorzeigen. In den neuen Büchern werdet ihr immer wieder auf die Engel von Jerachels Schar treffen, die anhand von Beispielen Mechaniken, Ideen oder Konzepte erklären. Hier also ein erster Eindruck zu dem, was euch erwartet:

    Urieliten – Die Bewahrer der Wege

    Als Späher, Boten und Schützen im Verborgenen nehmen die selbstbewussten Urieliten eine wichtige Rolle in der Schar ein. Sie haben die stärksten Flügel, die meiste Ausdauer, die schärfsten Augen und zudem eine Verbindung zu Land und Leuten, die den anderen Engeln entgeht. Ihre Kräfte verleihen ihnen übermenschliche Sinne, mit denen sie ihre gewaltigen Bögen noch effektiver einsetzen können, zwingen die Wildnis und ihrer Bewohner unter ihre Kontrolle oder verbergen sie und ihre Verbündeten in der Dunkelheit.

    Mont Salvage, der Himmel der Urieliten, steht vereinsamt in den Pyrenäen. Die Urieliten flechten ihr Haar um einen nach hinten abstehenden Zweig und reisen stets mit leichtem Gepäck. Lediglich ihre Bögen lassen sie selten zurück. Ein naturverbundenes Grün ist die Farbe des Ordens.

     

    Hesedael, ein Urielit

    Der elfjährige Hesedael weilt erst kurz auf Erden, und doch beschäftigt ihn schon jetzt seine Rückkehr ins Himmelreich. Der Grund liegt in einer Episode im urielitischen Himmel. Während der Ausbildung stand Hesedael der Scriptura-Urielitin Fanuel besonders nahe. Sie war es, die ihn bei seinem ersten Flugversuch aufgefangen hatte. Eines Tages wurde Fanuels Schar auf eine Mission ausgesandt. Die Urielitin kehrte bereits früher als erwartet und ohne ihre Geschwister zurück. Noch bevor sie den Himmel erreichte, wurde ihre Kammer festlich hergerichtet und eine Willkommensfeier vorbereitet. Der Urielitentrakt war in Aufruhr, doch den jungen Engeln war die Teilnahme an der anstehenden Feier verboten. Das hielt Hesedael aber nicht ab. Über Umwege durch offene Fenster gelang es ihm, Fanuel allein in ihrer Kammer anzutreffen. Den Tränen nahe eröffnete sie ihm, dass dies ihr letzter Abend auf Erden sei. In der Nacht würde Gott sie zu sich holen, als Höhepunkt ihrer Läuterungsfeier. Als die Festgemeinschaft mit lautem Schritt nahte, nahm sie eines ihrer Votivbänder und schrieb, zu Hesedaels großer Verwunderung, etwas auf die Rückseite – einen Namen, vielleicht auch einen Ort. Dann verschwand sie. Hesedael sah sie niemals wieder. Ihr Votivband trägt er aber noch bei sich, auch wenn er sich noch nicht gefragt hat, jemanden nach der Bedeutung der verbotenen Schrift zu fragen.

    Hesedael hat sich geschworen, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und kompromisslos zu leben. Im Umgang mit seinen Schargeschwistern verhält sich Hesedael daher manchmal ruppiger als er eigentlich möchte. Besonders seiner Michaelitin fiel seine brutal ehrliche Art negativ auf – dabei erinnert gerade sie ihn mit ihren blauen Augen und ihrem schmalen Gesicht an Fanuel. Seine meist unangekündigten, abendlichen Ausflüge nutzt Hesedael, um die Menschen zu beobachten, mit dem Ziel zu erfahren, wie sie leben … und was sie verstecken. Hin und wieder entwendet der Urielis-Engel sogar Gegenstände, nur um sie später wieder zurückzulegen. Dies alles tut er in stiller Heimlichkeit, löst er mit seiner hochgewachsenen Statur, seinen wilden, schwarzen Augen und Haaren und seinem nie ganz sauberen Waffenrock bei vielen Sterblichen ängstlichen Respekt aus. Sein großer urielitischer Langbogen trägt sein Übriges zu diesem Eindruck bei.

     Jerachels Schar

    Während sich Kyriel in seiner Kathedrale versenkt hat und nach Hinweisen auf die Natur des Artefakts sucht, bereiten sich die anderen Engel auf die Angreifer vor. Hesedaels Spieler hat eine ziemlich genaue Vorstellung:

    „Hesedael schließt erst einmal seine Augen, um die Kraft Wasser aus dem Stein zu aktivieren und nach Lebenszeichen zu suchen.“

    Die Spielleitung erklärt, dass sich zahlreiche Menschen nähern, deutlich besser organisiert als ihre letzten Gegner. Hesedaels Spieler nickt und fährt fort:

    „Dann nimmt mein Urielit seinen Bogen und erklärt der Schar, dass er den Gegnern in den Rücken fallen wird. Schließlich ist der Komplex voll mit Winkeln und Schatten, die förmlich auf einen Scharfschützen warten.“

    Auch die anderen Spieler bereiten sich vor. Als die Ketzer die letzte vorsintflutliche Pforte erreicht haben, die sie noch von dem Artefakt und den Engeln trennt, weist die Spielleitung Kyriels Spieler auf eine entscheidende Eingebung hin:

    „Du weißt noch immer nicht, was genau du hier vor dir hast, aber ein paar alte Aufnahmen in den Tiefen deiner Kathedrale deuten an, dass es ein Informationsspeicher sein können, fast wie ein Buch, oder genauer, wie eine Bibliothek aus der vorsintflutlichen Zeit. Und wenn der Schrottbaron so scharf darauf ist, kannst du dir vorstellen, dass er eine gewisse Ahnung von den Inhalten hat.“

    Nachdem Kyriels Spieler beschrieben hat, wie sein Engel die Augen öffnet und der Schar von seinen Erkenntnissen berichtet, atmet Jerachels Spielerin tief durch. Sie wendet sich direkt an ihn:

    „Ich lege dir die Hand auf die Schulter. ‚Es wird dir nicht gefallen, aber im schlimmsten Fall müssen wir diese Maschine zerstören. So wertvoll die Informationen auch sein könnten … Er hat darf sie nicht in die Hände bekommen.‘ Und ich nicke noch einmal, um klarzumachen, dass all das wichtig ist.“

    Kyriels Spieler macht subtil, aber unmissverständlich deutlich, was sein Engel von diesem Plan hält. Dann erschüttert eine weitere Explosion den Komplex und der Kampf entbrennt …

    Die gefallenen Orden und andere Geheimnisse

    Tatsächlich gab es einst acht Engelsorden. Die Sarieliten, flügellose Engel mit andersweltlichen Stimmen, sind nur noch bei großen Ritualen in Roma Æterna und als Unterstützung in wichtigen Schlachten zu sehen. Trondheim, der Himmel der Ragueliten, ist einem gewaltigen Traumsaatschwarm zum Opfer gefallen. Man munkelt, die Hüter der Technik hätten sich ein wenig zu sehr für ihre verbotenen Artefakte interessiert, und redet sonst nicht gern über ihren Untergang. Das Schicksal der Samaeliten schließlich ist ungewiss, seit ein Fegefeuer die Insel Korsika komplett eingeschlossen und von der Außenwelt abgetrennt hat. Sie waren die Bewahrer des Glaubens, und so ist mancher erleichtert über ihr Verschwinden.

    Im Spiel werden die Engel mit zahllosen Geheimnissen konfrontiert, und es liegt an ihnen, welchen sie sie sich stellen wollen – und welche lieber im Verborgenen bleiben.

  • Jerachels Schar: Kyriel, ein Ramielit

    Jerachels Schar: Kyriel, ein Ramielit

    Nachdem wir viel über Probleme, Lösungen und das geschrieben haben, was wir so tun, wollen wir auch etwas der neuen Inhalte vorzeigen. In den neuen Büchern werdet ihr immer wieder auf die Engel von Jerachels Schar treffen, die anhand von Beispielen Mechaniken, Ideen oder Konzepte erklären. Hier also ein erster Eindruck zu dem, was euch erwartet:

    Ramieliten – Die Hüters des Wortes

    Die vergeistigten Ramieliten sind des geschriebenen Wortes mächtig und sammeln Wissen, wo immer sie es finden. Die Schar unterstützen sie nicht nur mit ihrer Bildung und ihrem hellen Geist, oftmals sind sie auch die Stimme der Vernunft. Viele ihrer Kräfte beruhen auf der Kathedrale der Gedanken, einem hochpersönlichen geistigen Domizil, in dem sie Informationen aufbewahren, abrufen und sogar miteinander tauschen können. Andere Kräfte entscheiden Kämpfe durch genaue Beobachtung und durchdachtes Handeln oder verleihen Vorteile in sozialen Situationen.

    Das abgelegene Prag ist der Standort des ramielitischen Himmels, die letzte angelitische Bastion im Osten. Die Engel tragen ihre langen Haare offen und verzichten oft auf jegliche Rüstung. Auch Waffen sind eher zweitrangig; an ihrer Stelle tragen viele ein Buch mit sich. Ihre Farbe ist das offene Blau des Himmels.

     

    Kyriel, ein Ramielit

    Der neunjährige Kyriel ist vielleicht der mitteilungsbedürftigste Engel in Jerachels Schar. Der kleine Ramielit plappert ununterbrochen, meistens skurrile Fakten zu anderweitig eher uninteressanten Gegebenheiten. Kyriel liebt es, mit diesen Trivia aufwarten zu können und so wenigstens für kurze Augenblicke Erstaunen hervorzurufen; ernsthafteres, tiefgehenderes Wissen gibt er in der Regel aber nur vor anderen Engeln oder ramielitischen Klerikern zum Besten: Kyriel trennt sehr genau zwischen Wissen, was jedem zugänglich sein sollte, und solchem, was man unter Verschluss halten muss. Dazu gehören seiner Meinung nach vor allem vorsintflutliche Technologie und das geschriebene Wort. Ginge es nach Kyriel, würden selbst hochrangige Kirchenfürsten dieser Gabe nicht mächtig sein. Der junge Engel achtet fast schon kleinlich darauf, dass niemand die Aufzeichnungen in seiner massiven Umhängetasche zu Gesicht bekommt, der dazu nicht bereit ist. Als jüngster Engel der Schar hält sich Kyriel besonders an Manuel – wenn auch weniger aus Sympathie, als vielmehr aus Neugierde. Kyriel kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Raphaelit mehr weiß, als gut für ihn ist – und man hört ja schon Geschichten über diese seltsamen Prüfer.

    Tatsächlich verbirgt der junge Ramielit jedoch selbst ein kleines Hobby: Wann immer er kann, sammelt er Zeichnungen und Fotografien aus der Zeit davor, die er akribisch in kleine Bücher klebt. Ist ein Buch voll, so übergibt er es den Flammen, hat er doch alles in seinem Kopf für die Ewigkeit gespeichert. Selbst Kyriels Kathedrale der Gedanken ist von dieser Idee geprägt. Erinnerungen und Informationen nehmen dort die Form von Bildern an, die an Schnüren aufgereiht in einer Art Dunkelkammer hängen und die er nach Belieben betrachten kann. Warum Kyriel das Konzept eines solchen Ortes so genau bekannt ist, kann selbst er sich nicht erklären.

    Kyriel ist etwas kräftiger gebaut als der Durchschnittsramielit, hat seine Sammlung an Bildern, Schriftstücken und Schreibutensilien inzwischen doch ein beachtliches Gewicht erreicht. Seine schwarze Hautfarbe und sein krauses, hüftlanges Haar lassen ihn ein wenig aus seiner Schar herausstechen. Abgesehen von seinen vielen Büchern, deren Seiten er nur mit weißen Leinenhandschuhen umblättert, vernachlässigt der Ramielit aber seine restliche Ausrüstung ein wenig, allem voran den gekrümmten Dolch, den er als einzige Waffe mit sich führt.

     Jerachels Schar

    Schließlich findet die Schar das gesuchte Artefakt in den Überresten eines unterirdischen Gebäudekomplexes. Kyriels Spieler haut regelrecht auf den Tisch.

    „Kyriels Augen beginnen zu Leuchten. ‚Das muss es sein!‘, ruft er, und ergänzt nach einem stillen Moment: ‚Aber ich habe keine Ahnung, was es tut.‘“

    Die Spieler diskutieren einen Moment lang über ihre nächsten Schritte, denn immerhin wirkt das Artefakt nicht ganz ungefährlich. Schließlich macht Kyriel einen Vorschlag:

    „Gebt mir ein wenig Zeit. Ich werde in meiner Kathedrale nach Antworten suchen …“

    Die Spielleitung beschreibt, wie er von einer Explosion unterbrochen wird, die den gesamten Komplex erschüttert. Offensichtlich haben die Ketzer Verstärkung geholt und versuchen nun ebenfalls, in die unterirdische Anlage einzudringen. Er fährt trotz allem fort:

    „Ihr müsst mir nur ein wenig Zeit verschaffen! Wir können etwas so Gefährliches nicht einfach hier lassen. Wer weiß, was es anrichten könnte!“

     

  • Jerachels Schar: Manuel, ein Raphaelit

    Jerachels Schar: Manuel, ein Raphaelit

    Nachdem wir viel über Probleme, Lösungen und das geschrieben haben, was wir so tun, wollen wir auch etwas der neuen Inhalte vorzeigen. In den neuen Büchern werdet ihr immer wieder auf die Engel von Jerachels Schar treffen, die anhand von Beispielen Mechaniken, Ideen oder Konzepte erklären. Hier also ein erster Eindruck zu dem, was euch erwartet:

    Raphaeliten – Die heilenden Hände des Herrn

    Engel sind Krieger, und die einfühlsamen Raphaeliten sind für die Wunden zuständig, die der Krieg hinterlässt. Sie versorgen nicht nur die gebrochenen Körper von Scharmitgliedern und Menschen, oftmals aus der zweiten Reihe, sondern auch ihre Seelen. Im Inneren ist der Orden allerdings gespalten: Während die traditionellen Curer ihre Kräfte nutzen, um andere mit einer Berührung zu heilen oder ihren Geist zu beruhigen, haben die Prüfer dieselben Fähigkeiten „umgekehrt“, um sie zur Waffe zu machen. Alle Raphaeliten jedoch beherrschen Kräfte, um mithilfe genauester Untersuchungen die verschiedensten Situationen zu durchstehen.

    Der Himmel der Raphaeliten liegt in Gratianopel, in der Höhe der Alpen. Ihr Äußeres erinnert an eine Lichtgestalt, mit weißen Gewändern und hellen Haaren in einem Dutt, die im krassen Gegensatz zu ihren dunklen Fingerkuppen stehen. Einige Raphaeliten verzichten ganz auf Waffen. Ihre Farben sind hoffnungsvoll, Weiß und Silber.

     

    Manuel, ein Raphaelit

    Manuel kommt einfach nicht zur Ruhe. Seit der stoische Raphaelit zum ersten Mal die Augen aufschlug, fällt es ihm schwer, sich der hektischen Betriebsamkeit der stofflichen Welt zu entziehen. Seine Geschwister betten bei der Meditation ihren Geist in wohltuender Leere, doch Manuels Gedanken kreisen unaufhaltsam, sodass er nur selten Erholung findet. Diesem Umstand versucht Manuel, der sich in seinem Orden besonders der Tradition der Menser verbunden fühlt

    Menser legen einen besonderen Wert auf geistige Gesundheit und medizinische Mittel.

    , durch selbstentwickelte Arzneien wieder auszugleichen: Experimentelle Aufputschmittel finden immer wieder den Weg in seine Blutbahn. Trotzdem treibt die schiere Erschöpfung Manuel ab und zu in einen kurzen, traumlosen Schlaf, aus dem er nur schwer zu wecken ist. Dass er jedes Medikament erst in kleinen Dosen an sich selbst testet, bevor er es einem Patienten verabreicht, versteht sich für den Diener des Heilenden Erzengels von selbst. Die eher lästigen als gefährlichen Nebenwirkungen seiner Präparate begreift er als Teil der Bußriten, die viele Raphaeliten durchführen, um ihr allzu beherztes Eingreifen in die Schöpfung vor Gott zu rechtfertigen.

    Manuels Persönlichkeit ist von höflicher Zurückhaltung geprägt, doch wer ihn bei der Ausübung seiner Pflicht behindert, sollte nicht mit seinem Verständnis rechnen. Selbst Jerachel weiß, wann es besser ist, die Heilende Hand kommentarlos ihr Werk tun zu lassen. Mit seiner hageren Gestalt und seinem dünnen, gräulichen Haar, das er in einem strengen Dutt trägt, wirkt der elfjährige Manuel auf den ersten Blick wenig gefährlich. Der Eindruck ändert sich aber, wenn man den ledernen Gürtel in Auge nimmt, der seine etwas zu groß wirkenden Roben zusammenhält. Neben Beutelchen mit Pulvern, Pillen und Kräutern ziert ein langes Messer seine Hüfte. Schon in seinem Himmel begann Manuel mit der Prüfer-Bewegung zu sympathisieren, doch tritt er weitaus gemäßigter auf als die meisten anderen Engel dieser Denkschule. Mit seiner Waffe weiß er jedenfalls nur leidlich umzugehen. Insgeheim bewundert er Ambriel für ihr Kampfgeschick und beobachtet sie beim Training stets ganz genau.

     Jerachels Schar

    Etwas später erschlägt Ambriel den letzten verbliebenen Gegner, mit deutlich mehr Gegenwehr, als sie erwartet hat. Tatsächlich läuft dunkles Blut über ihren Oberschenkel, und Manuel, der Raphaelit der Schar, macht sich sogleich ungefragt daran, die verantwortliche Schusswunde zu beäugen. Er erkundigt sich bei der Spielleitung:

    „Kann ich meine Heilende Hand nutzen, um die Wunde zu behandeln?“

    Die Spielleitung nickt („Natürlich!“), und obwohl Ambriel ein wenig überrumpelt von der Hand auf ihrem Bein ist, überzeugt sie der stechende Schmerz. Manuels Spieler nimmt die Würfel und erreicht ein gutes Ergebnis. Man kann förmlich zusehen, wie sich die Muskeln der Gabrielitin wieder verschließen. Schließlich ergänzt er:

    „Okay, und weil das Ganze so gut geklappt hat, nutze ich die Gelegenheit, um Ambriel eine Predigt über den Selbsterhaltungstrieb zu halten. Das nächste Mal benutze ich vielleicht keine Engelskraft, sondern probiere irgendeine experimentelle Tinktur an ihrer Wunde aus!“

     

  • Jerachels Schar: Ambriel, eine Gabrielitin

    Jerachels Schar: Ambriel, eine Gabrielitin

    Nachdem wir viel über Probleme, Lösungen und das geschrieben haben, was wir so tun, wollen wir auch etwas der neuen Inhalte vorzeigen. In den neuen Büchern werdet ihr immer wieder auf die Engel von Jerachels Schar treffen, die anhand von Beispielen Mechaniken, Ideen oder Konzepte erklären. Hier also ein erster Eindruck zu dem, was euch erwartet:

    Gabrieliten – Die Streiter des Herrn

    Die Gabrieliten sind die Vorkämpfer der Scharen, furchtlos, ausdauernd und voll aggressivem Temperament. Man nennt sie auch die „Richter“ oder „Todesengel“, was jedoch unterschlägt, wie hingabevoll sie die anderen Scharmitglieder mit ihren Flammenschwertern beschützen. Ihre Kräfte verleihen ihnen übermenschliche Körper, bewahren sie ebenso vor gegnerischen Klingen wie vor den Flammen der Traumsaat, entfesseln vernichtende Angriffe und kontrollieren das Schlachtfeld.

    Der Himmel des Ordens steht in Nürnberg, einem übervölkerten, wehrhaften Moloch. Die Gabrieliten selbst machen ihrem Namen alle Ehre, mit schwarzen Kriegsröcken, emporstehenden, oftmals rot gefärbten Haaren und flammenden Schwertern, die sie als Teil ihrer Seele erachten. Ihre Farbe ist das Unheil verkündende Schwarz.

     

    Ambriel, eine Gabrielitin

    Mit dreizehn Jahren ist Ambriel die Älteste in der Schar und hat schon einige Missionen in der irdischen Sphäre erfolgreich zu Ende gebracht. Diese Erfahrung merkt man ihr an. Trotzdem ist der Dienst unter dem Befehl einer Michaelitin für Ambriel ungewohnt: Bevor sie in Roma Æterna mit ihrer jetzigen Schar zusammentraf, empfing sie ihre Befehle direkt von Em Susat zu NürnbergEm Susat ist das Oberhaupt des gabrielitischen Ordens, dessen Himmel im überlaufenen Nürnberg steht. – als einer von vier Engeln in einer gefürchteten Todesschar. Nach einigen zermürbenden Einsätzen wurde die Einsatzgruppe jedoch aufgelöst: Eine ihrer Schwestern ließ nach schwerer Verwundung ihre sterbliche Hülle hinter sich, ein Bruder flog aufs Meer hinaus und kehrte nicht wieder. Diese Erfahrungen sind womöglich der Grund, warum die Gabrielitin als Beschützerin und „große Schwester“ der Schar auftritt. Ihr enormer Tatendrangs gipfelt dabei manchmal in regelrechter Ungeduld und in Reibereien mit Jerachel, vor der sie sonst aber großen Respekt hat.

    Ambriel ist etwas größer und blasser als ihre Schargeschwister, doch ihr drahtiger Körperbau und die gesunde Menge Sommersprossen in ihrem Gesicht verleihen ihr ein bodenständiges Äußeres. Ihr rotgelocktes Haar will sich nicht so recht von ihrem schwarzen Stirnband bändigen lassen – besonders eine herabhängende Strähne treibt die Gabrielitin regelmäßig zur Weißglut. Ambriel hält ihre Ausrüstung im Großen und Ganzen gut in Schuss, doch gerade den Schulterplatten sieht man die heftigen Gefechte in der Vergangenheit deutlich an. Ambriels wertvollster Besitz, neben ihrem Flammenschwert natürlich, stammt noch aus der Zeit bei ihrer ersten Schar: Ein kleines, vorsintflutliches Gerät, das auf Knopfdruck Musik aus zwei Ohrstücken ertönen lässt. Dieser Fund schürte Ambriels Leidenschaft für Gesang und Musik noch weiter, und sie kann sich nicht von ihm trennen, auch wenn sie weiß, welche Schuld sie damit auf sich lädt – zumal sie hin und wieder jemanden finden muss, der das Gerät für sie auflädt.

     Jerachels Schar

    Nachdem Hesedael die Ruine unbemerkt ausgekundschaftet hat, erklärt Jerachel ihren Plan für einen Überraschungsangriff, denn sie möchte kein unnötiges Risiko eingehen. Ambriel, die Gabrielitin der Schar, ist schon die ganze Zeit über unruhig, und nun entscheidet sich ihr Spieler, dass diese Geduld ihr Ende erreicht hat.

    „Ambriel fällt dir ins Wort: ‚Überraschungsangriff? Alles klar.‘ Dann setzt sie zum Sturzflug an und attackiert die Ketzer, bevor irgendjemand etwas dagegen sagen kann.“

    Jerachels Spielerin muss lachen und beschreibt dann, wie die restliche Schar verdutzt nachzieht. Die Spielleitung allerdings fragt noch einmal nach:

    „Wie genau greift Ambriel die Ketzer an? Stürzt sie sich auf den erstbesten? Hat sie ihr Schwert jetzt schon in Flammen aufgehen lassen?“

    Ambriels Spieler überlegt kurz, ob sie eine bestimmte Taktik verwenden möchte, nickt dann aber einfach belustigt.

    „Ja und ja. Jerachel hat mir zu viel geredet, und wenn wir ehrlich sind, hat Hesedael nichts von irgendwelchen vorsintflutlichen Waffen gesagt. Ich gehe davon aus, hier den Boden aufzuwischen!“

    „Hesedael lässt sich lautlos zu Jerachel herab und bietet ihr an, das Gelände auszukundschaften. Vielleicht findet er sogar schon einen Hinweis auf das Artefakt.“Manche Spieler sprechen in der Ich-Form für ihren Charakter, andere bevorzugen es, seine Handlungen und Bemerkungen in der dritten Person zu beschreiben.

    Jerachels Spielerin nickt und erteilt den entsprechenden Befehl.